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28.12.2015 Christiane Stenzel

Tauchen in der Türkei: Kas Diving

Souverän abtauchen

Die Abyss von Kas Diving. Foto: B. Wackerbauer

Mehrfach ausgezeichnet

Warum sollte man als Taucher nach Kas reisen?

  • In Kas macht's einfach die tolle Mischung: schönes Tauchen, ein malerischer Ort, tolles Essen, schöne Bars, dazu viele Sehenswürdigkeiten in Kas selbst und im Umland ...
     

Für wen ist das Tauchen dort geeignet:

  • Für Gerätetaucher aller Levels

 

Freundlich und bewährt souverän verläuft unser Aufenthalt bei Kas Diving. Es ist mein vierter Besuch bei Kas Diving, das erste Mal 2004, zuletzt 2007, und ich freu mich nach so vielen Jahren wieder hierher zu kommen.

Das Team um Levent Aydogmus ist einfach super professionell. Nicht umsonst wurde Kas Diving von den Lesern der Zeitschrift "Tauchen" immer wieder zur beliebtesten Basis im Mittelmeer gekürt, zuletzt 2014.

Levent selbst hat auch heute noch Spaß am Tauchen, vor allem am Freiwassertauchen. Außerdem macht er privat ein bisschen Tech-Tauchen - und natürlich Kite-Surfen und Motorradfahren.

 

 

 

Kas Diving - die Basis und die Boote

Die Basis liegt mittlerweile im Hafen, nur wenige Meter von den Booten entfernt, die mit ihrer Anlegestelle direkt neben der Küstenwache eine echte "pole position" gegenüber den anderen Schiffen haben.

Bei Levent kann man sich nach PADI-Richtlinien (wahlweise auch nach CMAS) ausbilden lassen, in deutscher, englischer oder türkischer Sprache.

Für die Bootsausfahrten, die meist zweimal am Tag stattfinden, müssen wir uns am Vorabend verbindlich anmelden. Da hilft kein Verschlafen und kein Kranksein, die Anmeldung ist verbindlich. Levent hat schlechte Erfahrungen mit unzuverlässigen Tauchern gemacht.

Über zwei stattliche Boote verfügt Kas Diving mittlerweile, eines mit eigenem Kompressor. Beide sind zweckmäßig ausgestattet mit Süßwasserduschen und ausreichend Platz und Stauraum für die Dinge, die nicht nass werden sollen.

Das sehr plastische Briefing mit Decken und allerlei Spielzeugfiguren, das sich Levent, auch wenn er nicht immer mittaucht, nicht nehmen lässt, selbst zu machen, ist ausführlich und wirkt mit all den kleinen Figuren vielleicht etwas eigen - aber auch charmant.

Mit Levent und seinem Team machen wir ein paar sehr schöne Tauchgänge, u.a. zum Leuchtturm, wo wir bei einem Tauchgang gleich auf mehrere Schildkröten treffen.

 

Ein paar unserer Lieblingstauchplätze in Kas:

 

Canyon

Definitiv ein Highlight, da ein sehr abwechslungsreicher Tauchplatz. Der Canyon selbst ist schon sehenswert und der Drop off von der Kante, der ab ca. 3 Metern beginnt, ist – wenn sich bei guter Sicht der Canyon auftut – allein schon den Tauchgang wert. Auch die Wände des Canyons sind wunderbar bewachsen.
Aber dabei bleibt es nicht.
Nach dem Drop off kann man zuerst eine kleine Höhle, eine Art Überhang erkunden, schön bewachsen. Dann geht durch den Canyon rechter Hand zum Wrack eines griechischen Baumwollfrachters. Es liegt zirka zwischen 25 und 35 Metern Tiefe. Die „Dimitri“ sank in den 50er Jahren beim Aufprall auf das Riff. Doch Teile des Hecks sind noch gut erhalten. Hier gibt es auch immer wieder neugierige Zackenbarsche.

Vom Wrack aus kann man noch in eine kleine Höhle in der Felswand schwimmen und von dort durch einen recht schmalen Kamin bei zirka 15 Metern wieder aussteigen. Am zum Canyon gehörigen Riff sieht man auch schon mal Barrakudas, Zackenbarsche oder Makrelen. Ein toller Platz!

 

Flying Fish

Ebenfalls ein top Tauchplatz!

Hier gibt es bizarre Riffformationen, kreisförmig oder kegelförmig. Das Riff beginnt auf zirka 5m, besteht aus zwei stark bewachsenen Hügeln, und fällt bis auf 100m. Hier ist oft viel Strömung, daher kreuzten bei unserem Tauchgang riesige Zackis, Schwärme von Bernsteinmakrelen, Thunfische und alle Arten von Brassen, vor allem in größeren Tiefen, unsere Wege. Im Flachbereich des Riffes mit üppigem Bewuchs gibt es viele kleine Details zu entdecken, z.B. zahlreiche Schneckenarten, Einsiedlerkrebse oder einen der seltenen Seehasen.

 

Leuchtturm und Dakota

Hier finden sich zwei Tauchplätze, die dengleichen Ausgangspunkt haben können:

Entweder unternimmt man einen Tauchgang Richtung Leuchtturm zum Riff, dass sich auf der Küstenseite befindet, oder aber in die südliche Richtung zur Dakota, einer Douglas C-47 Skytrain, die 2009 extra für Taucher versenkt wurde und seither ein sehr beliebtes Fotomotiv ist.

Die C-47 diente der türkischen Luftwaffe ursprünglich als Transporter zur Ausbildung von Fallschirmspringern. Das Flugzeugwrack befindet sich auf zirka 20 Metern tiefe. Der Innenraum, in dem die Fallschirmspringer längs zu den Seitenwänden saßen, ist bequem betauchbar. Ein sehr schönes Wrack!

Aber auch der Tauchgang zum Leuchtturm hat so einiges zu bieten: Adlerrochen und Schildkröten haben wir dort beispielsweise gesehen. 

 

Copa Banca

„Ankerplatz“ heisst dieser Tauchplatz, der sich für einen entspannten Nachmittagstauchgang bestens eignet. Die etwas merkwürdige Lage direkt am Hotelstrand täuscht. Es gibt ein schönes Riff mit Zackenbarschen, Brassen und Drachenkopffischen - und der Name sagt es schon: Hier gibt es einige sehr alte Steinanker - und auch Amphoren zu sehen.

Aber auch Bärenkrebse, Schwärme von Barrakudas und Octopusse lassen sich hier finden.

 

Ein ziemlich guter Tauchreiseführer zu Kas ist übrigens The Diving Guide Kas von Murat Draman (und unseres Wissens nach auch der einzige). Der Reiseführer ist sehr ausführlich, beschreibt die umliegenden Tauchplätze mit Fotos, Karten und kurzen Texten auf türkisch, englisch, französisch und deutsch. Man kann ihn online erwerben oder vor Ort in fast jeder Basis.

Ein paar Reisetipps

Einreisebestimmungen:

Zur Einreise benötigt man einen Reisepass oder Personalausweis. Dieser muss noch mindestens 6 Monate gültig sein. Es gilt auch ein vorläufiger Reisepass, der ebenfalls noch mindestens 6 Monate gültig sein muss.

Flug:

Wir sind mit SunExpress nach Antalya geflogen. Will man die Lykische Küste erkunden, kann man auch nach Dalaman fliegen, zeitlich tut sich das nicht allzu viel. Aber unsere Reise begann in Adrasan und so flogen wir nach Antalya.
Da wir zwei Tauchausrüstungen und Fotoausrüstung dabei hatten, kamen wir mit dem erlaubten Freigepäck nicht zurecht.
Aber dafür gibt es eine gute Lösung: Man kann bei SunExpress zusätzliches Gepäck gegen Aufpreis buchen. Das nennt sich dann „Übergepäckpakete“ - und die gibt’s in unterschiedlichen Staffelungen.
Für 15 Euro pro Person und Strecke konnten wir je 5 kg extra mitnehmen. Das reichte uns völlig aus. Außerdem gab's dazu noch eine Snackbox und ein Getränk. Neben Sunexpress fliegen unter anderen auch Air Berlin (fliegt leider nicht von allen Flughäfen in Deutschland); Hapag Lloyd und Türkisch Airlines in die Region.


Mietwagen:

Wir haben einen Mietwagen über CarDelMar gebucht.
Solltet ihr mit einem Mietwagen unterwegs sein, empfehlen wir ein Navi mitzunehmen, das hat unseren Urlaub deutlich entspannt und wir konnten bei der Rückfahrt zum Flughafen eine echte Punktlandung machen. Die Abwicklung vor Ort war professionell und unkompliziert.

Da die Haftpflicht Versicherung in der Türkei eine viel zu geringe Deckung hat empfehlen wir hier den Abschluß einer Zusatzversicherung. Möglicherweise ist das bereits durch die eigene KFZ Haftpflicht abgedeckt. Mann spricht hier von der sogenannten "Mallorca Police". Aber Achtung: z.B. bei meiner Versicherung ist der asiatische Teil der Türkei nicht mit abgedeckt. Ich habe daher beim ADAC eine Zusatzversicherung abgeschlossen.

Sun Express landet in Antalya am Terminal 1. Die meisten anderen internationalen Flüge kommen an Terminal 2 an. Das ist deshalb wichtig, da die meisten Autovermietungen einen Mitarbeiter zur Autoübergabe in die Ankunftshalle schicken. Am besten der Autovermietung Ankunftszeit und Flugnummer schon bei der Reservierung mitteilen.

Transfer:

Reist ihr nicht mit dem Mietwagen an, dann lässt sich der Transfer bereits vor Beginn der Reise bequem direkt über eine der Tauchbasen oder den Reiseveranstalter organisieren.
Nach der Ankunft warten, vor der Ankunftshalle des Flughafens,  die zahlreichen Reiseveranstalter bereits mit Schildern auf Ihre Fahrgäste. Vom Flughafen geht es dann in ca. 3 Stunden per Shuttle von Antalya nach Kas. Von Dalaman aus dauert der Transfer nach Kas ca. 2 Stunden. Bei der Rückkehr unbedingt darauf achten einen frühen Termin für den Shuttle auszumachen. Kommt der nämlich ein wenig zu spät, kann es am Flughafen mit unberechenbarer Check-In-Schlange und Sicherheitskontrollen zeitlich ganz schön eng werden.

Der Transfer mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist zwar im Prinzip möglich aber relativ kompliziert und langwierig. Keine Empfehlung als Start in den Urlaub.

Temperatur:

Die Wassertemperatur schwankt in der Saison zwischen 18 Grad im April und 28 Grad im August. Als wir Anfang September dort waren hatte es je nach Sprungschicht zwischen 26 und 29 Grad Wassertemperatur.


Wir empfehlen daher für die Zeit August – September Shorty oder 5mm Nass-Anzug.

Übernachten:

Wir haben im Lycia Hotel gewohnt, in einem sehr kleinen Zimmer mit Balkon und fantastischem Meerblick. Das Bad war allerdings dringend renovierungsbedürftig. Eine Renovierung ist uns für dieses Frühjahr zumindest angekündigt worden. Oberhalb der Bucht gibt es eine ganze Reihe von Hotels aller Kategorien. Durch die Lage am Hang hat man von quasi überall einen fantastischen Blick über die Bucht.

Bei einem längeren Aufenthalt oder mit mehr Personen sollte man auch eine Ferienwohnung in Betracht ziehen.

Sowohl für Hotel als auch für die Ferienwohnung empfiehlt sich auf die Entfernung zum Meer und Ortszentrum zu achten. 800 Meter klingt nicht viel, sind dabei aber bei 40 Grad Temperatur auch noch 500 Höhenmeter zu überwinden, wird es doch etwas anstrengender.

 

Ihr möchtet mehr Reisetipps?

Dann lest unsere weiteren Beiträge in der Rubrik Meer - Reisen.

 

Schlagworte
Amphoren, Wracks und Steinanker: Die Lykische Küste »

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