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05.06.2016 Christiane Stenzel

Seabin

Eine Tonne für den Meeresmüll

Seabin oder wie kommt der Müll aus dem Meer?

Daran hätte der griech. Philosoph Diogenes wohl seine Freude gehabt (das war der, der in einer Tonne lebte): Die Seabin ist eine Tonne, die durch die Hafenbecken kreuzt und den Müll von der Meeresoberfläche sammelt, also eine Mülltonne für das Meer. Das klingt erstmal ziemlich banal. Aber das ist ja oft so mit guten Ideen.

Vor rund acht Jahren hatte der Australier Andrew Turton, von Beruf Bootsbauer, die Idee.
Er und sein Freund Pete Ceglinski, ein Industriedesigner, verbrachten viel Zeit an den Stränden Australiens und waren es Leid, im Müll zu surfen.


„Wir waren unser ganzes Leben immer am Meer, von Kleinauf. Wir hatten beide Berufe, die mit dem Meer zu tun hatten. All diese Erfahrungen kommen in Seabin zusammen.“


Wie funktioniert die Seabin?


Die Seabin kann man sich vorstellen wie eine Mischung aus Mülltonne und Staubsauger. Sie saugt mittels einer Pumpe den Müll auf. Das damit aufgenommene Wasser wird durch ein spezielles Filtersystem von Öl gereinigt und wieder ins Meer gespült. Der Müll bleibt in einem Netz in der Tonne zurück. Rund 80 Liter Müll passen in eine Seabin – sie ist vollautomatisiert und kann rund um die Uhr laufen bis sie voll ist. An Land wird der Müll dann getrennt und entsprechend recycelt.

 

Wo lässt sich die Seabin einsetzen?

Aktuell ist Seabin für küstennahe Regionen vorgesehen – das heisst Häfen und kleinere Anlagestellen sowie Yachtclubs sind die Zielgruppe des Seabin-Projektes.

 

Von der Idee zur Tonne

Vier Jahre dauerte die Entwicklungszeit von der Idee bis zur ersten Produktionsphase – in 2016. Für die Finanzierung startete Seabin eine Crowdfunding-Kampagne, die im Januar dieses Jahres mit stolzen 267.000 Dollar endete. Anschließend lief die Produktionsphase an.

 

Die Vision

Derzeit ist die Seabin primär für Hafenbecken vorgesehen. Aber es gibt natürlich eine Zukunftsvision: Der große Ozean.

 

Petes Tipp für Taucher:


„Wenn jeder nur ein wenig Müll von der Straße oder vom Strand aufhebt und wegschmeisst – dann landet weniger Müll im Meer, das wir alle so lieben.“

 

Fazit:

Ein bisschen Kritik muss sich Seabin derzeit noch gefallen lassen: Noch ist die Tonne aus nicht recyceltem Kunststoff (gesucht wird eine Lösung aus recyceltem Polyethylen) und die Pumpe wird im Moment mit Benzin betrieben (auch das soll langfristig anders gelöst werden). Auch über die Sogwirkung lässt sich diskutieren: Denn sie darf nicht zu stark sein, um keine Meeresbewohner einzusaugen, ist sie aber zu schwach, gelangt auch kein Müll in die Tonne.

 

Nichtsdestotrotz: Ein innovativer Ansatz um den Müll aus dem Meer zu bekommen.
Wer sich für andere Projekte interessiert, die versuchen, dem Müll im Meer Herr zu werden, dem sei unser Beitrag über maritime Müllabfuhr von One Earth - One Ocean empfohlen oder das Projekt des jungen Niederländers Boyan Slat.

Schlagworte
« Ozeanversauerung Tauchen in der Karibik: Bonaire - Divers Paradise »

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